Die kleine Holzkunde

Verarbeitung, Pflege und Qualität

Holz ist ein natürlicher Werkstoff und nach wie vor das weltweit beliebteste Baumaterial des Menschen. Der zeitlose Naturwerkstoff zeichnet sich durch geringes Gewicht, hohe Festigkeit, vielseitige und leichte Bear beitung aus, die jedem einzelnen Produkt einen natürlichen, unverwechselbaren Charakter verleihen. Als organisches Material verfügt Holz jedoch über spezifische Eigenschaften, die wie bei allen Naturprodukten berücksichtigt werden sollten.

 

Die bekannteste Eigenschaft von Holz ist das Quellen und Schwinden. Durch Aufnahme und Abgabe von Feuchtigkeit, das sogenannte Arbeiten, verändern sich die Dimensionen zum Teil erheblich. Frisch kesseldruckimprägnierte Hölzer können während des Trocknens bis zu 10% schwinden. Diese Eigenschaft wird oft unterschätzt und sollte vor allem bei dicht an dicht zu montierenden Hölzern beachtet werden. Aus produktionstechnischen Gründen können die genannten Maße somit geringfügig unter- oder überschritten werden. 

 

Durch seine unregelmäßige Struktur trocknet und schrumpft der Werkstoff Holz nicht gleichmäßig. Nachfolgend auftretende Trockenrisse und Verwerfungen  (1) sind ein natürlicher Prozess, der von Herstellern und Händlern nur wenig beeinflusst werden kann. Geringe Rissbildungen bei Leimholzbögen lassen sich nie ganz ausschließen. Diese Eigenschaften sind kein Reklamationsgrund und beeinträchtigen weder die statischen Eigenschaften noch die Haltbarkeit. Grundsätzlich sind Trockenrisse nach DIN 4074 zulässig und unterliegen keinen Beschränkungen in Bezug auf Länge, Breite und Tiefe. Eventuelle nachträglich auftretende Holzrisse sind mit einem geeigneten und bauaufsichtlich in Deutschland zugelassen Holzschutzmittel nachzubehandeln. 

 

Farbunterschiede (2)  können bei Holzartikeln vorkommen und stellen keinen Reklamationsgrund dar. Nach dem heutigen Stand der Technik können gleichmäßige Pigmentierungen aufgrund der unterschiedlichen Eigenschaften (Holzfeuchte, Holzart, Temperatur) nicht gewährleistet werden. Etwaige Farbunterschiede gleichen sich jedoch nach einiger Zeit durch entsprechende Witterungseinflüsse an (Sonne, Regen, Schnee). 

 

Maserung und Astbildung (3) gehören zum charakteris tischen Erscheinungsbild des Naturmaterials Holz und stellen auch bei starker Variation keinen Mangel dar.

 

Trotz größter Sorgfalt und ausgesuchten Werkzeugen ist es beim Hobeln und Fräsen nicht auszuschließen, dass es zu rauen Oberflächen (4) kommt. Insbesondere im Bereich von Ästen, Kopfrundungen, Kappschnitten oder bei der quer zur Holzfaser gerichteten Bearbeitung sind diese Erscheinungen möglich und berechtigen nicht zur Reklamation. 

 

Nachträglich auftretende Harzaustritte  (5) sind bei Nadelhölzern ein völlig natürlicher Vorgang. Auch bei bereits vorgrundierten Materialien kann Harz aus der Oberfläche austreten.

 

Zudem kann es zu sogenannten Salzausblühungen (6) kommen. Hierbei handelt es sich um harmlose, weiß bis grünlich gefärbte Flecken, die durch eine Reaktion mit Imprägniermittel insbesondere im Bereich von Ästen auftreten.

 

Kesseldruckimprägniertes Gartenholz, das nach der Produktion verfahrensbedingt eine sehr hohe Feuchte aufweist, neigt in den Lagerpaletten besonders in der warmen Jahreszeit zu Stockflecken und Schimmelbefall (7). Diese sind jedoch weder holzzerstörend noch beeinträchtigen sie die Festigkeit des Holzes. Durch Bewitterung oder einfaches Entfernen mit einem Tuch oder einer Bürste können diese optischen Mängel häufig beseitigt werden.

 

 

Besonderheiten bei unbehandeltem Douglasien- und Lärchen-Holz

 

Produkte aus unbehandelter Douglasie haben von Natur aus eine attraktive, rötlich-braune Färbung. Durch die Einflüsse von Witterung und Sonneneinstrahlung  kann die reizvolle Farbe allerdings recht schnell vergrauen. Zur Pflege und langfristigen Erhaltung des Holzfarbtons empfiehlt sich daher die Behandlung mit geeigneten Mitteln. Im Außenbereich eingesetztes Douglasienholz wie Sichtschutzwände, Zäune etc. sollte mit offenporigen Holzfarben und Lasuren gestrichen werden. Aufgrund der aggressiven UV-Strahlung ist es wichtig, dass diese Mittel aus reichend Pigmente enthalten – farblose Lasuren sind für Außenholz nicht zu empfehlen. Weiterhin sollten die verwendeten Mittel speziell für Douglasienholz im Außenbereich geeignet sein. Da die Douglasie natürliche Gerbsäure enthält, dürfen keine Holzschutzmittel verwendet werden, die Eisen enthalten – solche Mittel können schwarze Flecken verursachen. Sogar Eisenstaub oder der Kontakt mit Stahlwolle kann bei bereits behandeltem Holz zu unschönen Verfärbungen führen. Für Douglasie sind daher auch verzinkte Schrauben und Nägel ungeeignet – es sollten ausschließlich Schrauben, Nägel und Beschläge aus Edelstahl zum Einsatz kommen. Hochwertiges Douglasienholz zeichnet sich durch eine natürliche Resistenz gegen holzzerstörende Pilze aus. Manche Pilze verursachen aber auch unerwünschte Verfärbungen des Holzes. Insbesondere helle Lasuren sollten fungizide Wirkstoffe enthalten, um Verfärbungen durch Pilze zu vermeiden. Douglasienholz kann aber auch vorab mit einer geeigneten Holzschutz-Grundierung behandelt werden. Vor jeder Holzschutz-Behandlung ist auf eine ausreichende Trockenheit des Holzes zu achten. Insbesondere in der feuchten, kalten Jahreszeit kann es vor dem Streichen erforderlich sein, das Holz an einem überdachten, gut belüfteten Platz trocknen zu lassen. Um eine ausreichende Trocknung zu erzielen und Stocken zu vermeiden, sollte das Holz nicht in abgeschlossenen Räumen mit wenig Luftzirkulation gelagert werden.

 

Besonderheiten farblich vorbehandelter Produkte

  

Unsere farblich vorbehandelten Produkte im Bereich der Zaunelemente werden überwiegend aus getrocknetem Fichtenholz gefertigt. Daher sind die natürlichen Eigenschaften des lebendigen, massiven Nadelholzes zu beachten, die nicht mit denen von Spanplatten oder maschinell hergestellten Werkstoffen verglichen werden sollten. Zur natürlichen Optik von Nadelholz zählen Äste und individuelle Maserungen – diese finden sich auch beim farblich behandelten Holz. Auch raue Stellen und Unebenheiten der Oberfläche lassen sich trotz fortschrittlicher Hobeltechnik nicht gänzlich vermeiden, besonders an Kanten, Ästen und bei stärkeren Maserungen. Bei deckend lackierten Zaunelementen verzichten wir, wie auch bei unbehandelten Produkten, aus Gründen der Wirtschaftlichkeit bewusst auf eine glatte Möbeloberfläche. Unter farbigen Beschichtungen und Lasuren arbeitet der Werkstoff Holz weiter. Trockenrisse, Verwerfungen und Krümmungen können daher zu diesem natürlichen Prozess gehören. Stärkere Trockenheit kann weiterhin dazu führen, dass sich die Füllbretter unserer Sichtschutzelemente zusammenziehen und schrumpfen. Um möglichst lange Freude an Ihren Holzartikelnzu haben, empfehlen wir je nach Witterungseinflüssen eine regel mäßige Pflege (auch bei kesseldruckimprägnierten Hölzern) mit geeigneten Holzschutzfarben.